In den letzten Wochen habe ich immer mehr “lehrplanmäßige” Aufgaben in die 3er Gruppen meiner 6. Klasse gegeben. Noch fällt es mir recht schwer, Aufgaben zum Lehrplan zu erstellen, die die Anforderungen einer Denkaufgabe erfüllen. Aber… was lange währt… :)

Häufig nutze ich die Whiteboards zur Einführung neuer Sachverhalte oder zur Wiederholung von Inhalten. Dabei verkleide ich nicht alles in eine neue Aufgabe, sondern gebe auch ab und an kleine Aufgabenzettel in die Gruppen. Jetzt zum Thema Dreiecke und Vierecke waren das beispielsweise zusammengesetzte Vielecke mit angegebenen Maßen (siehe Bild). Die SchülerInnen lösten ein Vieleck, indem sie den Flächeninhalt aus Teilflächen berechneten, und bekamen das nächste (komplexere). Die Effekte des “Denkenden Klassenzimmers” sind immer erkennbar! Wissen wird über die Gruppen mobilisiert, die Klasse wird sofort aktiv, Lösungswege werden ausgehandelt…

Am Ende der Arbeitsphase reflektierten wir kurz, und den SchülerInnen fiel auf, dass es ab und an sinnvoller wäre, nicht alles in Dreiecke oder Rechtecke zu zerteilen! Also sammelten wir an der Tafel (die Klasse stand immer noch wild im Raum an den Whiteboards) Arten von Vierecken: Drachen, Rhombus usw. Kinder kamen an die Tafel und korrigierten und diskutierten fleißig.

Anschließend versuchte jede Gruppe, die Arten der Vierecke von der Tafel geschickt zu systematisieren, à la “Viereck X ist ein Viereck Y”. Diese Übersichten lieferten in der Auswertung tolle Fehler, die wohl sonst nicht so einfach Raum gefunden hätten (Spekulation!!).

Vielleicht sagen nun andere Lehrkräfte: “Das kostet mir alles zu viel Zeit…”. Das kann ich nicht bestätigen! Die ganze Logistik ist nun verinnerlicht und geht flott. Der Anteil der Kinder, die im Matheunterricht bemerkbar den “Kopf einschalten”, hat deutlich zugenommen. Das wurde mir auch auf Nachfrage bestätigt.

Schauen wir, wie es weitergeht…

Rästelspaß im denkenden Klassenzimmer:)

Denken in Action Denken in Action